Warum heißt das eigentlich Floatglas?
Heutzutage sind 95% des verwendeten Flachglases Floatglas, doch was bedeutet Floatglas eigentlich? Der Name kommt vom Herstellungsmechanismus. Hierbei wird auf 1000 °C erhitztes Glas auf eine Schicht aus flüssigem Zinn gegossen. Durch die niedrigere Dichte des Glases schwimmt (engl. to float) das Glas auf der Zinndecke. bei ungefähr 600 °C wird das Glas fest und lässt sich leicht von der bei dieser Temperatur noch flüssigen Zinnphase abtrennen. Die Rückstände des Zinns an der Glasunterseite sind vernachlässigbar gering und nur unter UV-Licht sichtbar.
Das gesammte Verfahren läuft ununterbrochen kontinuierlich, daher muss die Anlage sehr lang sein (300-1000m) um die Abkühlung des Glases auf dem Zinnfilm gewährleisten zu können. Das Produkt sind Flachglasscheiben von 0,4 bis 25mm Dicke. Die Scheiben sind glatt und nicht gewellt und weisen keinerlei Lufteinschlüsse auf.
Das Patent für eine solche Produktion stammt übrigens von 1902. Es wurde jedoch erst ab 1966 von der Firma Pilkington Brothers kommerziell genutzt. Heute wird fast überall Floatglas verwendet: in der Architektur, als Fenster- oder Autoglas und natürlich als Glas für Bilderrahmen.